Unternehmertum und Selbstständigkeit brauchen verlässliche und gute Rahmenbedingungen –
in Deutschland und Europa

In Berlin war das deutsche Netzwerk von SME Connect gemeinsam am 20.Mai 2026 aktiv: mit RKW Baden-WürttembergBDS – Bund der Selbständigen, dem Europäischen Wirtschaftssenat und Herbalife. Zugleich war mit der TAE – Taxpayers Association of Europe auch eine europäische Stimme aus Brüssel dabei. So zeigte sich SME Connect als Kompetenznetzwerk, das wichtige Perspektiven aus Mittelstand, Selbstständigkeit, Unternehmertum und europäischer Wirtschaftspolitik bündelt und in den politischen Dialog auf deutscher und europäischer Ebene einbringt.

Beim Arbeitsfrühstück von SME Connect im Deutschen Bundestag stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmertum und Selbstständigkeit in Deutschland wieder stärker ermöglicht, anerkannt und rechtlich verlässlich eingeordnet werden können.

In einer Zeit schwachen Wachstums, steigender Kosten, wachsender Regulierung und geopolitischer Unsicherheit braucht Deutschland Menschen, die Verantwortung übernehmen, Initiative zeigen und wirtschaftliches Risiko tragen. Gerade Selbstständige, Gründerinnen und Gründer sowie kleine und mittlere Unternehmen leisten hierzu einen zentralen Beitrag.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Mittelstand wurde diskutiert, wie Rahmenbedingungen so gestaltet werden können, dass sie Schutz und Verlässlichkeit bieten, ohne unternehmerische Initiative unnötig zu belasten. Dabei ging es unter anderem um Bürokratie, Arbeitszeitfragen, regulatorische Belastungen, Wettbewerbsfähigkeit und die rechtssichere Einordnung moderner Formen selbstständiger Arbeit.

Ein wichtiger Bestandteil der Diskussion war auch das Thema Scheinselbstständigkeit. Hier wurde deutlich: Rechtssicherheit ist für Auftraggeber wie für Selbstständige entscheidend. Verfahren müssen praxistauglich, nachvollziehbar und fair sein, damit selbstständige Tätigkeit nicht unter Generalverdacht gerät, sondern dort geschützt wird, wo sie bewusst, eigenverantwortlich und unternehmerisch ausgeübt wird.

Diese Fragen sind nicht nur national relevant. Sie stehen auch im europäischen Kontext: EU-Regulierung, Mobilität, Arbeitsmarktfragen und Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen zunehmend die Rahmenbedingungen für Selbstständige und Unternehmen. Deshalb braucht es eine Politik, die nationale Praxisprobleme ernst nimmt und zugleich europäische Regulierung so gestaltet, dass sie Wachstum, Innovation und Unternehmertum nicht behindert, sondern ermöglicht.

Unser besonderer Dank gilt Tobias Winkler MdB als Gastgeber sowie Wilfried Oellers MdB, die sich viel Zeit für den direkten und offenen Austausch mit den Teilnehmenden genommen haben. Gerade dieser Dialog zwischen Politik, Mittelstand und Praxis ist entscheidend, damit politische Entscheidungen die Realität von Unternehmen und Selbstständigen besser abbilden.

Ein weiterer wichtiger Austausch fand anschließend beim Deutschen Steuerzahlerbund statt, ermöglicht durch die TAE – Taxpayers Association of Europe. Im Mittelpunkt standen Fragen von Belastungen, Finanzpolitik, Steuern und Schulden. Dabei wurde deutlich: Finanz- und Steuerpolitik muss Leistung fördern, langfristig tragfähig sein und die Realität von Unternehmen, Selbstständigen und Steuerzahlern stärker berücksichtigen.

Auch hier ist die europäische Dimension entscheidend. Nationale Finanzpolitik, europäische Haushaltsregeln, Investitionsfähigkeit, Schuldenpolitik und Wettbewerbsfähigkeit hängen eng zusammen. Nachhaltige öffentliche Finanzen und wirtschaftliches Wachstum sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen kann Wachstum entstehen – und nur durch Wachstum lässt sich die wirtschaftliche Zukunft nachhaltig sichern.

Unser Dank gilt insbesondere Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland, sowie Michael Jäger, Präsident der Taxpayers Association of Europe und Vizepräsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland, für den wertvollen Dialog und die Unterstützung dieses Austauschs.

Die Gespräche haben gezeigt: Deutschland und Europa brauchen eine neue Balance zwischen Regulierung und Eigenverantwortung, zwischen Belastung und Leistungsanreiz, zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Dynamik.